Samstag, 31. Dezember 2011

2011 bei FrauNebeL

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Eine fünf könnte es treffen, denk ich.
Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen zunächst. Nicht viel, aber immerhin. Zuletzt dann aus medikamentösen Gründen zugenommen.
Haare länger oder kürzer?
Sie werden wieder länger.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Vor allem erst mal kurzsichtiger, was langfristig weitsichtiger ist.
Mehr Kohle oder weniger?
Gleichbleibend. 
Besseren Job oder schlechteren?
Denselben.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Es gab keine grossen Anschaffungen von daher weniger. 
Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Ein Stück Einsicht.
Mehr bewegt oder weniger?
Vermutlich weniger...
Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Wenige. 
Davon war für Dich die Schlimmste?
Eine wiederaufkeimende Bekannte.
 Der hirnrissigste Plan?
Weitermachen bis kurz vor knapp.
Die gefährlichste Unternehmung?
Autofahren bei neuerlicher Medikamenten Einstellung. 
Die teuerste Anschaffung?
Eine Anschaffung war es nicht, sondern der Sommerurlaub auf Fanö.
Das leckerste Essen?
Ich glaube das Weihnachtstagessen bei der Schwester.
Das beeindruckendste Buch?
Ich hab keines geschafft dieses Jahr.
Der ergreifendste Film?
Harry Potter 7, zweiter Teil.
 Die beste CD?
Frida Gold oder Rosenstolz.
Das schönste Konzert?
Kein Konzert besucht. 
Die meiste Zeit verbracht mit?
Den Kindern, den Kollegen, Herrn NebeL 
Die schönste Zeit verbracht mit?
Den Kindern und Herrn NebeL 
Zum ersten Mal getan?
Das eigene Kind eingeschult 
Nach langer Zeit wieder getan?
Medikamente genommen, mir selber Hilfe geholt. 
Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
 Die Notwendigkeit, mir Hilfe holen zu müssen, neuerliches Zunehmem.   
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Mich selber davon, dass das Kind eine Klasse springt, oder eben nicht - wochenlang vorherrschende Ambivalenz. Nun ists aber beschlossene Sache.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Das weiss ich nicht, es fällt mir keines ein. 
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Materiell fällt mir keines ein, vielleicht das Pandora Armband oder der Kindle, Ideell das Vertrauen, was mir die Kinder entgegenbringen.
 Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
.
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
.
Dein Wort des Jahres?
Bella mia.
Dein Unwort des Jahres?
F60
Dein(e) Lieblingsblog(s) des Jahres?
So einige. Aber pauschal beantworten kann ich das nicht.
Zum Vergleich: Verlinke Deine Rückblicke der vorigen Jahre!
 2010








Sonntag, 25. Dezember 2011

Von Ritualen

HerrNebeL brachte es mit in unsere Ehe, was seit nunmehr 7 Jahren mit dazugehört: das Weihnachtsoratorium von JSBach. Jeden ersten Weihnachtstag erklingt es irgendwo dort, wo wir sind. Ohne fehlt ein klitzekleines Stück.
Wie das bei wohl jedem Ritual ist. Sie hangeln sich durch unser Leben, geben Struktur, Sicherheit, einen Hafen, an dem man anlaufen kann und Halt findet, egal wie sehr es da draussen auch stürmen mag. Und wenn ich genau hinsehe, sind da derer viele; viele die gar nicht auffallen, viele die einfach da sind, wiederkehrend Tag um Tag, Woche um Woche, Monat um Monat, Fest um Fest. Wenn sie denn aber nicht wären, so würde ich sie wohl zumeist schmerzlich vermissen und noch mehr Halt suchen als es ohnehin der Fall ist.

Wichtelei 2012 - das Fröschlein


Das Fröschlein packte aus mit ganz vielem süssen Quietschen, voller niedlicher Ausrufe wie "guck mal wie schön!" Schade, dass ich das nicht gefilmt habe!


Es gab neben der Karte von der Wichtelfamilie ein paar wunderschöne Topflappen für ihre Küche



ein wie angegossen passendes Streifenshirt in wunderschönen Farben


Duschgel und Shampoo, was sie grosszügig mit dem Kindelein teilen möchte


und ganz grossartig fand sie die Tasse von Hello Kitty, was zudem wunderbar passt, da sie eigentlich bisher keine eigene Tasse hatte!


 Hier beklatscht sie gerade die Grosse, die ihr die Tasse aus dem Karton packt


 Für uns Grosse gab es Schokolade mit Melonen und Kirschstückchen! Lecker, Dankeschön! Und hier der Inhalt des gesamten Pakets, was auch schon eine neue Bestimmung gefunden hat: die Grosse bewahrt darin nun all ihre Adventskalender Spiele aus dem Spielekalender auf!


Danke, liebe Wichtelfamilie, das hat alles wunderbar getroffen!

Wichteln 2012

 In diesem Jahr haben wir wieder teilgenommen beim Weihnachtswichteln von Tanja. Es gab wieder viel Vorfreude auf die Päckchen. ALles kaum pünktlich an und hat reibungslos geklappt.
Das grosse Kind wurde lustigerweise bewichtelt von Amélie von wagnerwahn - und eben neulich erst ging ein Päckchen voller Lesestoff von uns zu Amélie, nämlich einen Haufen Erstlesegeschichten für Mädchen :).
Das Kindelein strahlte und packte dann aus. Zum  Vorschein kamen ein Ballettgeschichtenbuch und eine neue Bayala Figur. Gefreut hat sich das Mädchen!

 Und anschliessend hörte ich es runf 45 Minuten lang nicht, denn sie las und las und las.... :)
Danke, liebe Amélie!!

Und danke für all die Mühe an Tanja und den Holden :). Sehr grossartig habt Ihr das wieder gemacht!


Samstag, 17. Dezember 2011

Von Maßstäben

Meine Maßstäbe sind oft hoch. Viele sind schon niedriger geworden, weil ich selber all zu oft scheiterte an ihnen. Meist nicht gleich beim ersten Mal, aber mit der Zeit. Lange geht vieles gut, irgendwann aber ist das Maß voll, der Stab überschritten und fliesst den - manchmal reissenden Bach hinunter, weil ich mich überschätzt habe.
 Das zu mir....
 Der Maßstab, den ich an die Kinder habe, besonders wohl an die Große, der fällt mir schwer. Vielleicht, weil sie der "Prototyp" ist, ohne das wertend zu meinen. Sie ist, in allem, weil sie eben das erste Kind ist, die Vorreiterin. Ich muss mich versuchen, finden in Erziehungsfragen, in Werten und Normen, wie sie für uns, für sie gut sind. Immer zum  allerersten Mal mit ihr.Ich finde es häufig sehr schwer, die Balance zu finden zwischen fördern, fordern und annehmen. Sie annehmen, mit dem was ist. Wie sie ist. Was aber zudem auch ein Eingehen auf sie und ihre Fähigkeiten bedeutet. 
Vermutlich ist genau das schwer. Es liegen manchmal Welten zwischen dem, was sie kann, dem was sie zeigt und ihrem eigentlichen Alter. Und es fällt schwer, den richtigen Weg zu finden, damit umzugehen. Ich fürchte, ich bin viel zu kritisch, fürchte, ich verlange manchmal viel zu viel. Obwohl mir genau das fern liegt. Mittelwege zu finden ist immer wieder schwer, zumal ich das Gefühl habe, dass auch diese stets wandelbar bleiben müssen, weil sich etwas ändert. Selbst wenn ich grundlegend bei einer Linie bleiben möchte, bleibt der Spielraum immens.
All zu oft habe ich Sorge, dass sie ebenso scheitert an meinen Maßstäben, wie ich selber es all zu oft tat. Und heute noch tue.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Mein Blick


....fällt seit gerade eben darauf, wenn ich nur ein wenig hochsehe:

Danke.

Und es erinnert mich von Herzen an etwas, das früher ebenso auf ganz feinem Papier stehend, lange lange in meiner alten Küche hing und was gerade so passt:

Gibt nit uff, egau,
un wes no herter chunt,
mit´m Gring dür  d´Wand,
mach e Fuscht us dr Hand,
zum uffgäh gits kei Grund...

         (aus Gölä s "drü", wers hören mag bitte hier entlang. Ich habs gern. (die ganze Platte :))

EDIT: weia, und da hab ich jahrelang nach noch mehr neuen Mundart Platten von Gölä gesucht und irgendwann aufgehört. Und gerade da seh ich, dass er seit 2008 neue aufgenommen hat... hach. meine meine. Hoffe ich irgendwann :)

Montag, 12. Dezember 2011

Tage

Wenn da manchmal Tage wären, in denen die Schwere allüberlagernd nach unten drückt; Tage, denen nichts Sinnvolles abzugewinnen scheint; Tage, in denen das Lachen - wenn es denn welches gibt . niemals ein echtes ist; Tage die schattenvoll auf der Seele lasten; Tage an denen die Sinnfrage allgegenwärtig ist, dann wäre das Leben schwer. Aber eben nur manchmal . Weil da auch Tage wären, in denen es eben nicht so ist, wenn die schweren Tage nur manchmal da wären.
Manchmal, wenn das nur manchmal wäre, wäre es fast gut.
Nicht - an mir? - zu scheitern bleibt wohl meine Lebensaufgabe.

Ruhig ist es geworden, da ist wenig zu schreiben derzeit vom NebeLeben. Mehr ein dauerhaftes leben im NebeL als anders herum.
Vermutlich kommen  auch wieder bessere Tage.

Montag, 28. November 2011

Mittendrin Entscheidungen treffen

Derzeit denken wir hier viel nach, wägen Für und Wider ab, lauschen den Gesprächen zwischen Kopf und Bauch. Was entscheiden wir wann und vor allem wie.
Es geht ums grosse Kindelein. Der erste Elternsprechtag endete mit einer Empfehlung, das Kind von nun an die zweite Klasse besuchen zu lassen. Die gegebenen Rahmenbedingungen sind grossartig, egal wie die Entscheidung ausfallen mag. Das liegt an der altersgemischten Klasse mit Jahrgang 1-4, die sie besucht. Möglichkeiten sind da also viele. 
Die eine wäre, alles bleibt, wie es ist und das Kindelein würde trotz des auf dem Papier stehenden ersten Jahrgangs  Aufgaben aus höheren Klassen machen. Oder das Kindelein bleibt in derselben Klasse, wechselt aber den Jahrgang in die 2 und macht eben den Lernstoff des zweiten Jahrgangs mit den Zweitklässlern der Klasse zusammen.
Dummerweise nur gibt es da ganz viele "aber" und ganz viele Meinungen und ganz viele verschiedene Einstellungen. Und wir stehen mitten darin und müssen eine Entscheidung treffen.
Nicht einfach.
 

Sonntag, 27. November 2011

Wichtelei

Nun geht es also in die heisse Phase für die WIchtelgeschenke. Hier also ein paar Infos zu unseren beiden, dem Kindelein und dem Fröschlein.
Das Kindelein ist "halb sieben" wie sie gern sagt, riesig gross (über 1,30 m ), trägt an Hosen 134, an Oberteilen 146, Schuhgrösse 34 und besucht momentan die erste Klasse. Sie liest viel und gern und das schon weit über Erstklässler Niveau hinaus; zuletzt waren es Sternenfohlen Bände (die bereits zu einfach sind), die Cantrip Schwestern und Wie weckt man eine Elfe mit viel Begeisterung. An Lesestoff mag sie leicht fantatsisches was aber möglichst nicht all zu gruselig sein darf. Sie tanzt seit fast 2 Jahren Ballett und spielt seit sie laufen kann Hockey (Feld und Halle). Sie mag Selbstgemachtes, wird viel von mir benäht. Ihre Lieblingsfarben sind vor allem lila und pink. Aber eigentlich mag sie bis auf schwarz alle Farben. Neu ist eine aufkommende Begeisterung für Beyblades - wo ich mich wohl erst mal reinarbeiten muss :). Sie malt und bastelt sehr gern.

Das Fröschlein ist 2 1/2 Jahre alt und für ihr Alter auch eher gross. Die Hosen schwanken zwischen 98 und 104, obenrum ists oft auch schon eine 110 und trägt Schuhgrösse 25. Sie mag Autos und Puppen, spielt gern Kaufladen und in ihrer eigenen Küche; beides ist jedoch eigentlich schon gut bestückt. Nähtechnisch kommt sie eher zu kurz, weil von der grossen Schwester und den grossen Cousinen eine Menge Anziehsachen vorhanden sind. SIe liebt die Hörspiele von Astrid Lindgrens "Lotta" und hört sie gern zum Einschlafen. Auch sie mag sehr gern Bücher, momentan nutzt sie für sich sehr gern und viele Pixi Bücher. 

Beide kinder baden und duschen gern, mögen und dürfen Süsskram (die grosse mag kein Lakitz und Marzipan, die kleine kein Lakritz) und mögen Selbstgemachtes. Kuscheltiere haben beide genug.
Wir grossen mögern gern süssen Süskram, aber ich mag kein Marzipan.Ich bade liebend gern, der Gatte eher nicht, weil er nicht in die Wanne passt :)

Ich hoffe, ich konnte den WIchteln etwas helfen :)

Dienstag, 22. November 2011

berührt

Ich bin berührt.
Wundersam tief berührt. und das insbesondere zu einer Zeit, da meine Wahrnehmung eine Sammlung von grossem und kleinem Durcheinander ist; im Zentrum ein Ver-rückt Sein meines Selbst.
Berührt, Teil eines Geschenkes sein zu dürfen, trotz der Ver-rücktheit, trotz wiederkehrenden Zeiten, in denen ich mich nicht zu tragen vermag. Oder aber vielleicht auch gerade deswegen. Denn nur so ist da dieser Blick auf und in meine Welt, von der ich genau weiss, dass sie durchaus vielseitig ist und nicht nur Dunkel spiegelt. Nur durch dieses Dunkle ist auch Helligkeit. Licht und Schatten. Ganz egal, ob ich das Licht gerade wahrnehmen kann. Ich weiss, dass es da ist. Und mag sich manches verdichten, so schaut ab und an ein Strahl vorbei, einer der berührt und zeigt, dass da noch mehr ist. Viel viel mehr. Was jetzt an dieser Stelle für mich nur zu wissen ist, wird sichtbar werden. Wenn ich wieder hinschauen kann. Wenn ich es nicht vergesse.  Und wenn ich darauf vertraue.
Einstweilen trage ich einen dieser Strahlen mit mir. Und danke.

Freitag, 18. November 2011

.

einatmenschrittausatmenschritteinatmenschrittausatmenschrittaushaltenweitermachen.
nurweiterweiterweiterweiter. nichtstehenbleiben. nichtzusammenbrechen. riennevaplus.

Sonntag, 13. November 2011

Das Auto Ding

Im Auto Ding hat es nun - endlich - Klarheit gegeben. All zu lang hat es gedauert, aber dafür hat sich das Warten gelohnt. Irgendwann nächstens wird es repariert werden unser Familienmobil. Gezahlt wird durch die Versicherung an eine kleinere Werkstatt unseres (fast ausnahmslosen) Vertrauens (man erinnert sich vielleicht an den fauxpas mit dem gelben Flitzer). Und bis dahin fahren wir, nein eigentlich ich und die Kinder, einen Kleinvan eines deutschen Herstellers, den wir angesichts der Preise (nein, keine Sterne, nur ein Kreis mit wilden Zacken herinnen) wohl niemals mehr fahren werden. Endlich wieder ein praktikables Alltagsauto, in den ich neben Buggy und 2 Kindern auch noch die Ranzen hineinbekomme ohne alles übereinander zu stapeln Ausserdem passt auch das vierte Kind noch rein, das regelmässig mitfährt. Und dann hab ich immer noch Platz. So muss das sein.
Funktionieren tut vieles, eigentlich ist es auch höchst unwichtig, wie ich, die Kinder, der Gatte oder wir alle von a nach b kommen, Hauptsache es funktioniert. Aber ehrlicherweise ist mir alles ohne wildes hin und Herpüngeln deulich lieber als das Durcheinander der letzten Wochen.

Eindrücke

Zeit ist zu schnell und doch zu langsam. Das Licht ist zu hell, die Menschen zu laut. Zuviele Eindrücke, die durch meinen Kopf galoppieren, sortieren derselben grenzt manchmal ans heillose Durcheinander eines umhergewedelten Wollknäuels. Es ist am Abend zu lange dunkel und am Morgen zu früh hell. Die Stille ist viel zu laut. Und alles Laute geht unter in einem rauschenden Einheitsbrei.
Manchmal momentvolle Eindrücke, manchmal dauerhafte.
Und nebenher läuft der Alltag. Unbeirrt von alledem. Sowas.

Dienstag, 8. November 2011

Heut so

Sonnenschein auf der Nase, eine liebevolle und wertschätzende Begegnung mit einem Patienten bei der Arbeit, ein kleines Lächeln im Gesicht.
Geht trotzdem noch. Gut so.

Montag, 7. November 2011

Nicht schlafen

Ich gehe nicht schlafen, weil ich nicht fallen will ins Unbewusste, ins Bodenlose, ins Nichts. Nicht hinein in die Dunkelheit, aus der ich hochschrecke. Ich will nicht fallen, kann mich nicht fallenlassen, einfach weil ich nicht kann. Weil da niemand ist, der mich auffängt, der mich hält. Niemand, den ich mich auffangen und halten lasse. Meistens weil ich nicht kann. Und manchmal, weil ich nicht will. Wenn ich falle, dann falle ich in mir, in mich zusammen. Und mache weiter. Das kenn ich, das kann ich. Lange. Und ich muss. Ich kann nicht liegenbleiben, weil da Menschen, kleine Menschen sind, die mich brauchen. Stehend. Laufend. Anwesend. Im Jetzt und Hier. Ich gehe nicht schlafen aus Angst. Keiner, der sie mir nimmt.

fehlen

mir fehlen Zigaretten. Ganz plötzlich. Seit ein paar Tagen erst. Dabei habe ich vor 3 Jahren bereits aufgehört und finde es inzwischen mehr als gruselig, das Gerauche, den Geruch. Aber seit ein paar Tagen fehlt es mir trotzdem.
mir fehlen Gedankenkreisereien um Dinge, die gar keine Gedankenkreiserein verdienen. Eigentlich zumindest. Uneigentlich aber merke ich, wenn ich denn dann wirklich hinschauen möchte, dass sie bereits wieder begonnen haben, mich in ihren Bann zu ziehen.
mir fehlen Knochen an mir. Knochen zum Festhalten.
mir fehlen Worte.
mir fehlt das mich herausholen durch den schmerz, weil der schmerz der ist, diffus und nebelig  in mir wütet. unfähig ihn zu packen und zu greifen, zu halten und anzusehen.
mir fehlt der ausgang.
mir fehlt mein innen, weil ich allzusehr damit beschäftigt bin, das aussen aufrechtzuhalten, die fassade zu putzen.
mir fehlt das hungern, hungern, hungern. und der erfolg.
mir fehlt es allein mit mir zu sein. Ohne Verantwortung zu sein, nur die meine zu tragen und nicht die für Andere.
mir fehlt es für mich zu sein, ohne linsende zuschauer hier daheim. ohne mann, ohne kinder, ohne eltern. nur ich.
mir fehlt ein Gegenüber dem ich zumindest zugestehen kann, mich halten zu können, zu dürfen. ob ich es zulassen könnte wäre wiederum eine kaum zu beantwortende frage.
mir fehlt jemand, der versteht. jemand der nicht nur irritiert fragend zusieht.

Fassade putzen

Die Fassade putzen kann ich gut. Mach ich schon lang. Dummerweise wird die irgendwann ganz schön dünn.  Dahinter knackt es bereits bedrohlich.Und ganz innen, da stürzt alles mit lautem Getöse in sich zusammen. Und gefühlt liege ich momentan genau da drunter. Tut weh.

Samstag, 5. November 2011

Schon wieder

Schon wieder schüttelte ich den Kopf über die Lücken in meiner Erinnerung. Manchmal scheint es, da redet jemand, der mich in vielen Bereichen sehr gut kennt, von jemand ganz Anderem anstatt von mir. Ich erkenne mich kaum wieder, erinnere mich nicht. Gestern trug ichs mit Fassung, rollte die augen, winkte es ab und wandte mich meinem wohl einzigen von Herzen gern getrunkenem hochprozentigem Getränk zu. Aber genau genommen fühlt es sich mehr als sonderbar an, von meinem eigenen Leben an mancher Stelle weniger zu wissen als mein Gegenüber. Mich nicht nur nicht an einzelne Gegebenheiten zu erinnern sondern gar an offensichtlich längere Zeitabschnitte. Nicht an Orte, nicht an Menschen die mir begegnet sind. Nicht an stattgehabte Gespräche, nicht an Gefühle. Einfach an nichts. Wenn ich denn sagen könnte, das waren nur Begebenheiten, Zeiten, Tage, in denen ich dem Alkohol oder so dermassen zugesprochen häötte, das ein Filmriss nicht unerwartet wäre, könnte ich mir das noch erklären. Vielleicht auch, wenn es nur 1 oder 2 Situationen gewesen wären. Aber es scheinen weit mehr Situationen als auch Zeiträume, angebliche Vorlieben, wiederkehrende Tätigkeiten zu sein, die ich mit meinem Leben absolut nicht verbinde. Es ist und bleibt sonderbar. Was ansich gewiss nichts Neues in meinem Leben ist. Dennoch... es ist sonderbar, ich selber zu sein, und nicht mehr zu erinnern, was Wegbegleiter noch deutlich vor Augen haben. Ich glaube, ich sollte manchmal ein paar mehr bunte Steinchen fallen lassen, um Wege in mich zurück zu finden. Andererseits sind die Wege zurück nicht unbedingt die Schönsten. Die nach vorn denn? Wer weiss das schon. Es gibt in jedem Fall hellere und dunklere. Die etwas helleren derzeit sind die, die ich mit den Kindern gehe. Und auf den anderen sollte ich mal schleunigst Laternen anzünden.

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Manchmal ist es gut, getroffene Entscheidungen sofort in die Tat umzusetzen.

Hinter den Lichtern

Auf dem Heimweg von der Freundin - 20, heut waren es vielleicht eher 30  Minuten Fussweg - soeben brannte hier und da im Fenster noch noch Licht. Nachts, nach zwei. Kein Mensch da draussen, nur manch erleuchtetes Auge blinzelt durch die Fensterscheiben. Warum, nachts um zwei?
Gibt es sie da auch, die Schlaflosigkeit? Oder wurde das Licht nur vergessen zu löschen? Schlafen die Menschen darinnen schon und nur das Licht hält noch Wacht? Flackernde, bläuliche Bilder. Fernsehen mitten in der Nacht. Nur hier und da. All die anderen Fenster verbergen sich im Dunkeln. Stille. Zumindest, sofern man das Autobahngebrumme ausblenden kann. Warum genau sind sie wach, die Menschen hinter den Lichtern?

Donnerstag, 3. November 2011

Osteopathie die zweite

Der zweite Osteopathietermin gestern brachte erneut mit sich, dass ich nahezu keine Kopfschmerzen mehr habe. Da ist ein dumpfes Gefühl an der Kopfschmerzstelle von "das könnten Kopfschmerzen werden", aber es kommen feinerweise gar  keine. Im Laufe des Tages gestern knackten eine Menge Stellen der Wirbelsäule, nichts schlimmes oder schmerzhaftes, aber auf alle Fälle gehäuft. Seit heute vormittag kam dann nach und nach stärker werdend Nackenschmerz oder vielleicht eher Muskelkater hinzu und zwar beidseitig den Hals hinunter. Links ist es allerdings stärker. Dummerweise lässt mich das den Kopf nur sehr eingeschränkt drehen, weil es eben ungemein weh tut. Ausserdem im Programm: Schwindel bei Bewegungen, Schwindel oder Flackern oder Flirren beim auf den Bildschirm gucken. Also wird nur getippt und nicht geguckt :). Alles in allem trifft sich das besonders gut mit dem Ende meines Urlaubs und morgigen Arbeitsstartes. Ganz grossartig getimed würde ich mal dazu sagen.
Nun werd ich mich in die Wanne legen und danach vielleicht auch einfach mal vor 01:00 h schlafen gehen... Obs funktioniert?

Weihnachtswichteln 2011

Die liebe Frau Traumberg hats wieder getan! Die Weihnachtswichtelei beginnt... Ich freue mich riesig drüber!
Wer ebenso teilnehmen möchte, schaut doch einfach mal vorbei und wuselt Euch durch die Regeln...


Von Tränen

Da wollen Tränen laufen, aber der Weg ist ihnen versperrt. Kein Durchkommen in die Aussenwelt. Seit einer Weile schon steigen sie auf und weinen sich nach innen, wenn ich es denn nicht verhindern kann. Ich fühle es, wie sie laufen hinein und hinein, einmal durch mein Herz in meinen Kopf, am Ausgang vorbei und wieder zurück. Mir fehlt der Schlüssel. Und ich bin nicht sicher, wo ich ihn nur suchen soll.

Mittwoch, 2. November 2011

Virtueller Raum

Es nimmt viel Raum ein, bei den Menschen hier im Netz vorbei zu schauen, mit ihnen zu sein, Anstösse und Eindrücke zu gewinnen, Buchstabengespräche zu führen. Es ist oft bereichernd.
Aber oft auch reduziert, es bleibt bei der Distanz zwischen allem, die in vielen Punkten auch helfend sein kann, überhaupt einen oftmals tiefen Kontakt einzugehen. Und so manches ist ein Dahinplätschern, ein Spazierengehen durch die geschriebene Welt der Anderen.
Ich bin viel hier draussen, in der virtuellen Welt und begegne Menschen, denen ich im wahrsten Sinne gar nicht begegne. Und dennoch transportiert sich hier über dieses fein gewobene Netz oftmals eine wundersame Tiefe.
Und wenn ich nicht hier bin, so fehlt es mir. Sehr.
Sonderbar, gewiss. Aber das macht nichts. Es ist eben ein Teil, der hier dazugehört. 

Dienstag, 1. November 2011

Kopfschmerz

Ich hab Kopfschmerzen. Was ansich nichts Ungewöhnliches ist - denn eigentlich habe ich das sehr oft und in den letzten 2 Jahren würde ich behaupten, dass sie mindestens alle 2 Tage bis täglich auftraten. Seit ich vor 2 Wochen jedoch einen Osteopathie Termin hatte, war 1 1/2 Wochen absolut - nix. Höchst verwunderlich aber sehr, sehr entspannend. Dauerkopfschmerz ist nicht so das, was sich besonders gut macht. Demgegenüber waren die 1 1/2 Wochen so ganz ohne ziemlich grossartig. In derselben Praxis läuft nebenher auch Physiotherapie. Und just seit der Behandlung letzten Freitag waren sie wieder da. Irgendwie kontraproduktiv.
Nachdem ich dann morgen ab 07.30 Uhr beide Kinder verteilen kann - die eine besucht den alten Kindergarten, die andere die Grosseltern - darf ich mich dann durch das Berufsverkehrchaos zur Osteopathiepraxis schlagen. Eigentlich habe ich ja Urlaub... dachte ich...Und dieses ganze Durcheinander wann ich welches Kind wohin verteilen kann fordert zum einen Organisationstalent (was ich nicht unbedingt besitze) und zum anderen irgendwie viele Nerven. Aber wenn ich danach wohlmöglich wieder Kopfschmerzfrei bin lohnt sich das Ganze wenigstens.

Sonntag, 30. Oktober 2011

Wichteln an Halloween 2011

Die liebe Frau Wagnerwahn hat mir heute nacht eine Riesen Freude gemacht. Ein so liebevoll gestaltetes, gepacktes und zusammengestelltes Wichtelpaket durfte ich auspacken! Neben dem sowieso schon sehr schönen Papier drumherum hat mich erst mal der Karton umgehauen - ich erwartete von aussen betastet einen Stiefel-Schuhkarton.

Weit gefehlt. Eine wunderschöne ChaosDrinVerschwinde Kiste lachte mich an! Hach! Ich glaube, die wird hier auf meinem des Gatten Schreibtisch stehen den er ja aber gar nicht benutzt..., direkt neben dem Laptop.


Darin verbargen sich ganz viel Zimtstangen - ich liebe Zimt. Sososo sehr! Und ein Glas voll Anissternen und Zimtstangen daran; zwei wunderbar herbstfarbliche Bade und Duschgels; 

Weingummis im Glas und eine selbstgemachte Marmelade. Und dann auch noch eine Sorte die ich unglaublich gern mag: Himbeer! Hach! Noch dazu ein kleines Päckchen für die Mädchen, was die beiden dann morgen früh auspacken dürfen!
Sehr mag ich auch die Cord Anhänger, die Idee an sich (selbstgemacht??!) und die Farben - dunkellila und wunderschönes grün. 
Ich hab mich riesig, riesig gefreut!  ♥

Liebe Liamie, Dir ein dickes grosses Dankeschön für all die Organisiererei! Sehr grossartig!

Freitag, 28. Oktober 2011

Schulstart - die ersten Ferien

Das grosse Kindelein hat Herbstferien. In der letzten Woche war sie in der offenen Ganztagesbetreuung, die in den Herbst und Osterferein einiges an Ausflügen machen. Meine Planung, zumindest den Morgen jedoch etwas entschleunigter angehen zu lassen - wenn ich daheim arbeite, ist es ja eh meinem Zeitmanagement überlassen, wann ich beginne - wurde zugunsten eines Radioprojektes über den Haufen geworfen. 7 Kinder - Dritt und Viertklässler - der Schule trafen auf  7 weitere Dritt- und Viertklässler einer anderen Grundschule und führten diese Woche lang ein Radioprojekt durch, in dessen Rahmen sie lernten, wie man ein Interview führt, mit den Radiogeräten umgeht, wie gesammeltes Material geschnitten wird und eine Sendung entsteht. Es war relativ kurzfristig ein Platz frei geworden und das grosse Kind durfte mit gehen, weil sie die Voraussetzungen - Lesen und Schreiben können - mitbringt. Ein weiteres Kind aus Ihrer Klasse ging ebenfalls mit, was das Ganze noch ein bisschen erleichterte.
So brachte ich sie die gesamte Woche bereits um 07.40 Uhr zur Schule... aber die nächste Woche steht unter dem Zeichen : ausschlafen. Zumindest das kleine Mädchen und ich. Das grosse Mädchen steht eh meistens mit den Hühnern auf - egal ob da Ferien sind oder nicht.
Die ersten Schulwochen waren wenig spektakulär, sie geht gern zur Schule, auch wenn sie noch immer ein wenig mit "sich zurechtfinden" beschäftigt ist. Der Sprung in so eine Klasse ist sicher nochmal ein ganz andeer als der in eine Regelklasse. Verschiedene Jahrgänge haben verschiedene Aufgaben zu erledigen, verschiedene Lernmaterialien, verschiedene Stundenpläne. Alle Kinder haben auch Jahgangsunterricht, sodass die Gruppe  in der Klasse ansich variiert - mal nur 1/2 Klasse, meist aber alle und dann Raumwechsel zum eigenen Jahrgangsunterricht - Sport, Religion, Sachunterricht, zusätzlich 2 Std Mathe die ab Januar von Englisch abgelöst werden, Musik und eine Stunde Deutsch. Den Grossteil des Deutsch und Mathe Pensums erledigen die Kinder in 3 Stunden Freiarbeit täglich weitestgehend selbständig. Das sind eine Menge Eindrücke, die verarbeitet werden wollen und ziemlich viel Raum, in den die Kinder hineinwachsen müssen. Ich denke, das gelingt unserem Mädchen bis jetzt recht gut; ich bin dennoch gespannt, was ich auf dem Elternsprechtag hören werde. Ich vermute, dass sie oft noch nicht so recht weiss, was sie wann tun soll, aber im Zweifelsfall wird sie lesen. Oder sich umgucken :).
Ihr erklärtes Schulziel - das Lernen von Schreibschrift - hat sie noch nicht erreicht, sodass sie immer noch darauf hin fiebert. Ihre Lesekompetenz erstaunt laut ihrer Lehrerin nicht nur sie, sondern auch andere Kollegen; wobei auch darauf geachtet wird, dass die Aufgaben ums Lesen herum sorgfältig erledigt werden. Das Kindelein nämlich will lieber lesen, wenn es liest und dem Erledigen von Aufgaben dabei ("Male in die linke Ecke ein Männchen, die Wiese auf der es steht grün. Am Himmel sind Wolken und rechts steht ein roter Tisch, unter dem 3 Mäuse sitzen....) scheint sie dann nicht sonderlich gern viel Zeit zu widmen. Neulich wollte sie unter eine Aufgabe, bei der sie etwas ausmalen sollte,  sogar "das möchte ich jetzt nicht machen" drunter schreiben, was ich noch zu verhindern wusste ... .
Insgesamt macht Schule ihr Freude und ich habe auch den Eindruck, dass die Form der Freiarbeit für sie passt. An Hausaufgaben gibt es bisher keine konkreten Auftäge - die Kinder sollen in ihren Lernheften weiter frei arbeiten.- je 15 Minuten Deutsch und Mathe müssen gemacht werden. Das Ende darf prinzipiell offen sein - solange das Kind möchte, darf es weiterarbeiten. Sie macht ihr Zeitpensum in der Betreuung an Hausaufgaben; am Abend möchte sie von sich aus dennoch oft noch  mehr machen.  Wir hindern sie nicht ;).
Ich hoffe einfach, das es weiterhin so bleibt und sie mit Spass und Freude in die Schule geht.
Rückblickend war die Umstellung deutlich weniger spektakulär als gedacht; der positive Nebeneffekt ist, dass das Kind am Abend deutlich eher schläft als in den letzten Monaten, als sie häufig noch bis halb elf  wach und schlaflos war. Sie blieb dennoch im Bett, durfte dann aber lesen. Unter der Woche gibts das nun nicht mehr, aber meistens schläft sie inzwischen vor 21 Uhr. Beides hätte ich auch niemals gedacht, da es hier immer ein recht striktes Tagesende - etwa um 19 Uhr herum - gab. Bis das Kind eben wachte und wachte und nicht müde zu kriegen war. von einem Tag auf den anderen. Und dennoch am Morgen vor allen anderen aufstand.
Meine Befüchtung, ICH könnte dem früheren Tagesbeginn nicht gewachsen sein, hat sich nicht wirklich bestätigt, selbst wenn ich weiterhin die letzte bin, die aus dem Bett taumelt. Ich jedoch schlafe nicht früher, was mir unterm Strich wohl die sechste bis siebte Stunde Schlaf der Nacht raubt. So sind es im Schnitt 6 Stunden Schlaf - eigentlich selten mehr, eher weniger.
Aber nächste Woche sollen es bittesehr mindestens "Acht - Uhr - Tage" werden - so nennen wir die Wochenendstage, da die Kinder sich vor 8 eben nicht melden (sollen :)). Die Grosse steht halt leise auf und die Kleine schläft, wenn man sie lässt, sowieso. Gegen "Zehn-Uhr-Tage" hätte ich aber auch gar nichts...

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern! 
Einsam ist jeder Busch und Stein,
kein Baum sieht den andern,
jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
als noch mein Leben  licht war;
nun, da der Nebel fällt, 
ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
der nicht das Dunkel kennt,
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
jeder ist allein.

Hermann Hesse

Immer wieder mag ich dieses Gedicht, und immer wieder taucht es auf am Wegesrand.

Montag, 24. Oktober 2011

Zu

Zu wenig Schlaf, zu viele Grübeleien, zu viel Dunkel, zu wenig Zeit, zu wenig Raum, zu viel Durcheinander, zu wenig Halt, zu viel Rückzug, zu wenig Muße, zu wenig Freizeit, zu wenig Konzentration, zu viel Ablenkung. Zu viele Sorgen, zu wenig Mittel, zu viel Wissen, zu wenig verstehen,  zu wenig Handeln, zu wenig Durchatmen, zu viel Hetzen, zu viel Laufen, zu wenig Ankommen.

Zu viel zu.

Wild Gemischtes

Wild gemischt ist es hier derzeit. Eigenlich habe ich Urlaub. Aber so ganz eigentlich eben auch nicht, da neben meiner herkömmlichen Arbeit mein Nebenjob und mit ihm so mancher Auftrag darauf wartet, erledigt zu werden. So geht das grosse Kind in die Betreuung und das kleine manchmal hier und manchmal dorthin und ist trotzdem meistens einfach bei mir. 
Zwei Tage Auszeit hat es gegeben, die auch in sich sehr schön waren. Dennoch holt mich der Alltag und die gerade nicht so alltäglichen Sorgen, kaum daheim angekommen, wieder ein.
Derzeit fahre ich mit einem komplett unpraktischen Auto herum, in das wir zu viert gar nicht hereinpassen (und das nicht etwa weil es so klein wäre), was einen Haufen dämlicher Funktionen hat und was glücklicherweise nicht meines ist. Dummerweise jedoch steht meines, oder eher das Auto mit dem ich fahre, denn in Wahrheit gehört hier eigentlich kein Auto mir, sondern allenfalls uns aber das ich letzlich auch höchst egal, in einer Nebenstadt in der Werkstatt. Und wartet. Genau so wie wir es tun: warten. Genau genommen warten alle auf die Entscheidung der Versicherung, was nun mit dem Auto zu tun oder zu lassen sei. Wobei wir, um es ganz genau zu nehmen, gar nicht mehr auf die Entscheidung warten, ob das Auto über die Versicherung repariert werden wird - denn das wird es bei der Summe, die uns genannt wurde, sicherlich nicht. Es hat nämlich einen reparaturbedürftigen Schaden von fünfeinhalbtausend Euro. Dummerweise war das Auto laut Liste Anfang 2010 schon "nur" noch viertausendfünfhundert Euro wert. Auf eine Entscheidung müssen wir da wohl kaum noch warten. Sehr wohl aber auf die Summe, die der Gutnachter als Restwert festlegen wird. Und damit stehen und fallen unsere weiteren Sorgen.
Ganz wunderbar an der Geschichte ist, dass das Auto lediglich einen Blechschaden hat und weder mir, noch den Kindern, noch dem Herrn vor mir irgendetwas passiert ist, als ich letzte Woche ein klein wenig unachtsam zu spät bremste. Wir haben noch nicht mal in den Sitzen gewackelt, als ich - nach einem Ausweichversuch, weil das Bremsen allein  nicht mehr reichte - mit meiner rechten vorderen Ecke die linke hintere Ecke des Vordermannes rammte. Dennoch ein Schaden eines momentanen Vermögens. Und mein erster verschuldeter Unfall in mehr als 18 Jahren. Natürlich bin ich froh über den glimpflichen Ausgang für unsere Gesundheit. Dennoch schmälert das nicht die daraus folgenden Schwierigkeiten, für die ein Ausweg gefunden werden muss.
All das fällt auf meine momentan sowieso nicht gerade ausgewogene Stimmungslage und treibt die Waagschale weiter nach unten. Die auf die andere Seite geworfenen, guten Dinge mühen sich schrecklich, das wieder auszugleichen, aber da bewegt sich momentan nicht viel.  
Es wird Herbst. Mit den schönen bunten sonnigen Tagen und der kalten klaren Luft aber eben auch mit den wilden Stürmen, der durchdringenden Kälte, der nahenden Dunkelheit.
Gemischt hier.
Ich will Frühling. Mit einer bunten Blumenwiese, wärmenden, tragenden Licht- und Sonnenstrahlen. Dabei bedeuten sie mir doch eigentlich gar nichts, die Blumen.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Das Ding mit der Musik

Ich mag Musik. Eigentlich. Eigentlich mag ich Musik.

Musik gehörte zu meinem Alltag früher. Unterwegs, daheim. In der Küche, dem Wohnzimmer, dem Schlafzimmer. Überall Musik. Mal nur neben Tätigkeiten, mal bewusstes Musik hören zur Stimmung, mal Begleiten vieler durchwachter Nächte. Musik wenn Besuch da war, Musik zum Lesen, zum Einschlafen, zum Lernen, zum Schreiben. Musik war immer da.
Seit einigen Jahren, seit einer Zeit, in der ich ziemlich krank war, ist das anders. Ich höre kaum Musik, ertrage sie nur schwer bei Tätigkeiten, bei Gesprächen, beim Lesen. Auch das wirkliche Musikhören ohne irgendetwas dazwischen ist nicht mehr meins. Es ist mir zuviel, zu durcheinander, so harmonisch es auch sein mag. Es klingt melodisch, aber dennoch ist da irgendetwas in meinem Kopf, was die Musik sich nachträglcih verzerren lässt, Musik, die sich einbrennt in meinem Kopf, ein endloses, unfilterbares Wirrwarr und Durcheinander. Ich höre noch was "da" ist, Instrumente, Gesang, kann differenzieren. Zunächst zumindest. Aber anschliessend, nachdem ich gehört habe, vermischt sich all das eigentlich Differenzierte in meinem Kopf zu einer schweren, matschigen Pampe und ich ich bekomme ein Gefühl zwischen Dumpfheit und Überforderung.
Am Wochenende, wenn wir gemeinsam frühstüken, hören wir seit jeher "Sonntags Musik". Klassik. Es ist ein Ritual geworden, und es ist schön. Dennoch empfinde ich es als anstrengend; die Musik ist anstrengend, so seicht und leichtfüssig sie auch sein mag.
Nur im Auto, da ist es anders. Komplett anders. Ich höre ständig Musik. Eigentlich nahezu nur dort aus freien Stücken. Und ich höre sie laut. Möglichst sehr, sehr laut. Ich spüre ihre Vibrationen, im Herzchen, in den Füssen und Beinen, den Händen und Armen. Im Rücken. Überall.  Ich sehe die Spiegel wackeln. Und ein Teil von mir kann eintauchen dort in die Stimmungen der Musik, sie annehmen. Oder meine Stimmungen abgeben, dort hinein, sie loslassen, um sie nicht mehr aushalten zu müssen. Ohne auch nur im Ansatz das Gefühl zu haben, dass es anstrengt, dass meine Konzentration schwindet. Ich singe. Und all zu oft höre ich vor Musik meine eigene Stimme nicht mehr.

Absolute Diskrepanz.
Verwunderlich, aber vielleicht irgendwie auch nicht. Ich habe keine Erklärung dafür, ausser vielleicht, dass es eigentlich schon oft mit vielem so war und ist - so oder so. Nur dazwischen, da ist nicht viel.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Löchriges Sieb

Mein Kopf ist ein löchriges, kaputtes Sieb. Verschollene Erinnerung. Ungläubiges, erstauntes, erschrecktes Staunen bei den Erzählungen der alten Freundinnen, was ich erlebt haben soll, von dem ich nahezu nichts mehr weiss. Allenfalls kurze Momentsfetzen ohne Handlungshintergrund in meinem Bewusstsein. Sonst ist da nichts. Weg. Versunken im leeren Raum stehe ich da, höre zu und bekomme grosse Augen - denn da ist einfach nichts.
Schwarze, dunkle Leere. Ausradierte Zeit. Vorbeigezogenes, nicht wahrgenommenes Erleben.

Verhungertes Sein.

Beängstigend.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Hier so....

.... passiert neben Alltag nicht all zu viel. 
- Ein Vorteil des früheren Tagesbeginns durch die Schule ist, das ich tatsächlich nicht nur pünktlich bei der Arbeit bin sondern sogar noch eine halbe Stunde vorher. So startet der Arbeitstag mit enspanntem Milchkaffee, entspanntem Durchgehen des Arbeitsplanes, entspanntem Umziehen und obendrein noch Quatschen  mit der Kollegin. Vorher gabs keinen Kaffee, in die Arbeitsklamotten springen und trotzdem zu spät auf Station ankommen.
- Das grosse Kindelein schläft tatsächlich auch wieder vor 22 Uhr. Manchmal nicht viel vorher, aber immerhin.
- Morgen steht ein Gespräch im Kindergarten an, für und über das kleine Kindelein.  Noch bin ich nicht all zu glücklich, da sie höchstwahrscheinlich nicht in die Wunschgruppe gehen kann - aufgrund wilder Umstrukturierungen. Aber ich kämpfe. Schlimmer als im ersten Kindergarten kann es jedoch nicht werden.
- Das grosse Kindelein sammelt Sternchen und Stempelchen und Kürzel und vollgeschriebene Hefte und sonst noch was beim Durcharbeiten ihrer Lehrgänge. Und manch einer macht ziemlich grosse Augen ob Ihres Tempos. Ich bin gespannt auf Elternsprechtag Nummer 1. Und auf den Rest des Schuljahres. Sie ist wohl vor allem gespannt, wann sie endlich, endlich Schreibschrift lernen darf (ihr einziges erklärtes Schulziel).
- Das kleine Kindelein hat das Schwimmen für sich entdeckt. So tingelt FrauNebeL nebst alter Freundin und Sohn 1 x wöchentlich am Morgen ins Schwimmbad. Inklusive Babybecken. Nun.... ja. Das Fröschlein jedenfalls ist höchst glücklich.
- Mein alljährlicher, vor etwa 8 Jahren zuletzt gemachter ärztlicher Check-up sagt: nahezu alles in allerbester Ordnung. Samt Blut und Schilddrüse und Zipp und Zapp. Eigentlich prima. Andererseits hätten mir veränderte Schilddrüsenwerte gut in den Kram gepasst aufgrund mancher blöder, astrein passender Zipperlein. Wäre wirklich mal schön einfach gewesen. Aber einfach kann ich wohl nicht. Nun werde, muss, sollte ich mich doch nach und nach mal um  Haut, Gewicht, Konzentration, Aufmerksamkeit, Stimmung die Zipperlein  kümmern. Erst mal darf ich mich jedoch krankengymnastisch vergnügen dank eines zervikozephalen Irgendwas
- Ich gehe immer, immer zu spät ins Bett. 


Donnerstag, 29. September 2011

Warum eigentlich?

Warum eigentlich ist da die Sehnsucht nach dem dritten Kind? Nicht, dass ich je ausgeschlossen hätte, mehrere Kinder zu wollen. Vor dem Fröschlein jedoch war da ein klarer, tief verwurzelter Kinderwunsch. Es dauerte eine Weile, bis dieser letzlich erfüllt wurde. Und eigentlich, ja eigentlich hätte es das sein sollen. Zwei Kinder.
So ist es aber nicht.
Ich begann mich schon in der Schwangerschaft zu sehnen, sehr zu sehnen nach einem dritten Kind. Es fehlte mir. Ich war ein wenig verwirrt, als mir dies bewusst wurde. Gerade ein paar Wochen schwanger mit unserem zweiten Kind und ich sehnte ein drittes herbei, hatte das Gefühl, dass mir das dritte Kind fehlt - noch weit bevor das zweite geboren worden war. Ich hielt mich für sehr sonderbar, hormongesteuert, ein klein wenig verrückt.
Es fehlte mir die ganze Zeit hindurch, etwa 30 Wochen würde ich rückblickend sagen.
Und in der Nacht, als das Fröschlein geboren wurde, wurde mir gezeigt, warum das so war.
Es hat ein drittes Kind gegeben. 
Mein, unser drittes Kind ist ein verlorener Zwilling. Wochenlang unbemerkt. 
Eigentlich. Erst im Laufe der Monate verstand ich überhaupt, dass dieses Kind gar nicht unbemerkt geblieben war. Ich hatte es gespürt. Etwas in mir wusste um dieses Kind und wusste auch um seinen Verlust. Nur habe ich nicht begriffen.  
Ich trage eine silberne Kette um den Hals mit meinen Kindern darin. Auch mit diesem.
Die Sehnsucht nach einem dritten Kind heute fühlt sich anders an, als die nach dem Fröschlein. Es ist mehr Sehnsucht als Wunsch, mehr  Fehlen eines Kindes in unserer Mitte. Dieser Wunsch ist innig und von Herzen und dennoch so anders.
Würde ich mich auch so sehr sehnen, wenn da kein Kind gewesen wäre, was gegangen ist? 
Ich glaube, dass mein Wünschen und Sehnen aus ebendieser Tatsache geboren wurde, dass eigentlich, ganz eigentlich drei Kinder zu uns unterwegs waren und nur zwei davon angekommen sind.  


Dienstag, 27. September 2011

Vergleichslos

Und wenn irgendwann mal irgendwer auf die Idee kommen sollte, meine weiterhin bestehende Sehnsucht nach Nummer 3 mit einem Hinweis auf die Inhalte des letzten postings zu kommentieren, dem sei gesagt:
Das hat absolut null, nämlich gar keine Relevanz. Das eine sind nämlich die Wanderschuhe, die man anziehen muss, um den Berg hochzukommen, und das andere, das sind die geliebten must-have-WohlfühlTreter, mit ganz viel Glitzer und Seelenschnickeli. Nicht zu vergleichen die beiden, oder? Sehn se, sach ich doch.

Alltagsschnipsel

Die Tage sind voll. Eigentlich alle. Und dennoch ist da sehr viel mehr, als mir lieb ist, was ich nicht schaffe.
Der Alltag ist etwas verschoben durch den Schulanfang des grossen Kindes, wir stehen alle etwa eine Stunde früher auf. Mehr Zeit für zu erledigende Dinge bleibt dennoch nicht. Erst mal wird das grosse Kind - da wir uns ja nicht für die Schule nebenan entschieden haben - mit dem Auto in Schulnähe gebracht und geht dann 2 Strassen mit den Cousinen zur Schule. Drei Tage in der Woche arbeite ich in meinem Job. An mindestens 2 Tagen in der Woche mache ich meinen ehemaligen Sport mit bis zu 25 Mädchen von 5 bis 10 Jahren. Regelmässig kommen an den Wochenenden Turniere hinzu sowie die je zu treffenden Vorbereitungen. Zuhaus wartet weitere Arbeit auf mich - mein Hobby zwar, aber dennoch auch Arbeit, wenn es eben darum geht, für den Verkauf Dinge herzustellen. Letzteres kommt regelmässig vor und will erledigt sein, ebenso wie der ganze Alltagskram rund um den Haushalt.
Mittendrin natürlich die Bedürfnisse der beiden Mädchen. Und an manchen Tagen finden ebendiese kein, aber auch gar kein Ende. Das Problem an der Sache ist : ich kann nicht mehr. Ich sehne mich nach Tagen, die kürzer sind als 18 Stunden, Tage, an denen ich mich weniger als 15, 16, 17 Stunden um die Bedürfnisse Anderer kümmern muss. Sehne mich nach Nächten, die länger sind als 6 Stunden. Wobei diese all zu oft nicht mal am Stück sind - denn das kleine Kind hält vom Durchschlafen meistens  nicht sehr viel. Es hat sich deutlich gebessert, fraglos, in der Regel stehe ich nur einmal nachts auf. Aber 6 Stunden ohne Unterberchung sind nunmal besser als 6 Stunden mit Unterbrechung. Meine allabendliche Schlaflosigkeit trägt leider auch nicht sehr zur Verbesserung der Situation bei.
So kommt es, dass ich heute abend hier sitze, nach einer kurzen und klaren, aber ruhigen Ansage, dass hier nun niemand mehr Milchpullen, Mama Milch, Köpfchenstreicheln oder sonstwas bekommt. Einfach nun schlicht und einfach Ende ist für heute. 
Ein schlechtes Gewissen hab ich dabei. Aber irgendwann ist einfach Ende und meines ist jetzt und hier . Auch wenn mir das leid tut und ich verstehen kann, dass kleine Kinderherzchen traurig sind. Aber dieses momentane Einschlafhinausgezögere geht nicht mehr. Ab jetzt bleib ich bei der klaren Ansage am Abend. Und hoffe darauf, dass sich der Abend hier bald wieder eingependelt haben wird auf ein ruhiges Ende zumindest ab 20 Uhr, besser noch, weit besser noch 19.30 Uhr.
Um dann, ja um dann bald wieder all das anzugehen, was liegengeblieben ist in den letzten Wochen.
(erwähnte ich sowas wie "urlaubsreif"? nein? Bin ich aber. Eigentlich brauche ich dringend Urlaub, in dem nur eines zählt: ich.)

Montag, 26. September 2011

Chaos

Nicht, dass Chaos hier etwas Ungewöhnliches wäre. Chaos begleitet mich eigentlich immer.
Über die Herzchaosmama kam ich auf die Aktion "Chaos Montag". Und da das eigene Chaos schon an so mancher Stelle im www ein Thema war, mache ich einfach mal mit und bemühe mich allmontaglich mein Chaos herzuzeigen (was es durchasu nicht nur montags gibt...).
Den Anfang macht der Schreibtisch (der in Wahrheit vor allem Computertisch ist):


Sonntag, 25. September 2011

Übrigens...

.... stimmt das nicht wirklich. Es gab nach diesem vermeintlich letzten Mal noch viele viele weitere Male stillen. Ich aber bin seitdem offener für alles, was sie möchte. Da ist keine Wehmut mehr, wenn sie doch mal einen Tag nicht um Mama Milch bittet. Es ist einfach okay, wenn sie ganz so weit sein wird, nicht mehr zu trinken. Es ist aber auch okay, wenn sie trinken möchte. Der Rahmen ist klein - nur hier daheim und bis auf seltene Ausnahmen nur im Bett um die Schlafenszeit herum. Oft lässt sie sich auch auf mein Angebot ein, stattdessen einfach nur zu kuscheln. Oft aber auch nicht.
Und so bin ich gedanklich im Reinen mit der Tatsache, dass irgendwann - vermutlich einfach so und anfangs unbemerkt - der Tag kommen wird, an dem sie wirklich aufhört, gestillt sein zu wollen. Und sie hat Raum und Zeit, diesen Tag für sich selber zu finden. Sie ist heute 2 Jahre, 2 Monate und 17 Tage alt.

Samstag, 24. September 2011

Zauber

Dieser Zauber, der Zauber Deines Lachens aus tiefem, tiefem Herzen. Dein Strahlen, Deine strahlenden Augen. Dein so inniges Lieben, auf mich zu gehen, umarmen, den Kopf streicheln. Deine Liebe, der ich mir sicher sein kann, die so gross scheint, so gross ist.
Dein Erspüren dessen, für das Du so wenige Worte hast. Um dann zielgerichtet eines dieser wenigen Worte zu benutzen, um mir meine oft vor mir selber geheimgehaltenen Gefühle wieder zu spiegeln. Zu sehen, dass Du begriffen hast. Manchmal vor mir. "Mama ist traurig". "Mama Angst". Ja, Bella, all zu oft hast Du so recht.

Dich im Arm zu halten ist eines der wunderbarsten Dinge in meinem Leben. Du bist eines der wunderbarsten Dinge in meinem Leben. Ich bin so dankbar, so unendlich dankbar für Dich.

Sonntag, 18. September 2011

Wortlos.

Ich bin wortlos. Nichts in mir, was schreiben kann. Nichts, was den Weg nach draussen findet.
So fühle ich mich einerseits voll von Worten und dennoch so leer, weil da zugleich diese grosse Wortlosigkeit ist.
Ich hoffe wohl am allermeisten, dass sie vorbeigeht, diese Schreib- und Wortlosigkeit. Momentan aber scheint mir, als habe ich keinen Einfluss. Und zudem keine Zeit. Sie fehlt an allen Ecken und Enden, und das nimmt mir den Raum für mich, den Raum für meinen Ausgleich.
Momentan bin ich in einer Waagschale, und beide, beide wackeln mal mehr und mal weniger. Ich hoffe auf Gleichgewicht, irgendwann, bald. Auf innere Ruhe, auf Worte, auf Ausgeglichenheit.
Es lebt mich. Nicht mehr und nicht weniger.

Donnerstag, 18. August 2011

Hier so

Nordseewellen umarmen mit salzigen Lippen, Wind und Sonne mitten im Gesicht. 
Durchatmen.
Zumindest dann und wann.

Montag, 1. August 2011

Sommer Sonne Wichtelspass


 Heute dann war es soweit: Das Auspacken des Wichtelpaketes! Auch wenn Lia, die das Ganze so prima organisiert hat, mich dran erinnern musste :) Auf alle Fälle vorab ein Riesen DAnkeschön an DIch für die tolle Aktion!
So sah mein Päckchen aus:
Wer genau hinsieht, wird den "Absender" bemerken....
 Als erstes ins Auge fielen gleich die Kleinigkeiten für die Mädchen  (die werden sich freuen!):

 Für mich waren dann ein schönes Kärtchen und 2 Päckchen.
Das eine ist am unteren Bildrand ausgepackt zu sehen, es fehlt - natürlich - schon ein Shokokleeblatt *mmmmh*!
Das andere zeigt meine Urlaubsbeschäftigung! Sehr grossartig!

Solcherlei Nettigkeiten werden dann sicher nächstens Taschen, Mädchenkleidung und weiteres Schnickeldi schmücken, wenn auch nicht immer um die Ecke :).

Ich hab mich herzlich gefreut und sende ein dickes Danke nach da draussen - wer es wirklich war, das weiss ich noch immer nicht..... Also lieber Wichtel, outest Du Dich?

Sonntag, 31. Juli 2011

So Fragen

Ich wusste, irgendwann würden sie kommen, die Fragen von meinem grossen Mädchen.
So wie ich weiss, dass auch Fragen vom kleinen Mädchen kommen werden, irgendwann.
Fragen nach "was" und "warum" und "woher".
Ich möchte nicht lügen. Doch die Frage ist , kann und will ich einer 6 jährigen die Wahrheit sagen? Prinzipiell beantworte ich ihre Fragen immer genau, gebe bei Themen, bei denen ich nicht sicher bin, wie viel gut für sie ist, kurze und relativ präzise Antworten ohne viel drumherum zu erklären und vertraue darauf, dass sie eben genau so viel fragt, wie sie es in ihrem Herzchen und Köpfchen verarbeiten kann. Hier betreffen ihre Fragen nun ganz klar mich, meine durchaus sichtbare Vergangenheit. Ich habe geantwortet, ja. Aber das war wohl eines der ersten Male, bei dem ich eigentlich keine Antwort gegeben habe. Sie sieht das "was", und weiss trotz Fragen noch immer nicht "woher" oder "warum".
Schütze ich sie, wenn ich  verschweige? Oder mache ich es ihr schwerer? Wird irgendwer anders sie ins kalte Wasser schubsen und ihr ungefragt die Antworten auf ihre unbeantworteten Fragen an mich geben? Was wird passieren, wenn ich ihr klar antworte? Was wird passieren, wenn ich es nicht tue?
Ich wäge ab, kann aber nicht planen mit den eigentlichen Unwägbarkeiten. 
Meinem Patenkind sagte ich vor Jahren, dass sie darauf vertrauen solle, dass ich es ihr erzählen würde. Irgendwann. Was ich auch tat - zehn Jahre später. 
Nun aber ist  es gleich und doch so anders. Ich bin zugegebenermassen ein wenig ratlos, ob und wie ich sie mit Beängstigendem, Sonderbarem, Skurrilem, für sie Unvorstellbarem aus meinem Leben konfrontieren mag, kann und  darf. Oder sogar muss?

Freitag, 22. Juli 2011

Von Abschieden und Anfängen

Bis in die letzte Nacht hinein feierte das Kindelein "Rote Blume" ein Kindergarten - Indianer - Abschiedsfest.
Im Garten gab es Lagerfeuer im eigens aufgebauten Tipi, es gab Indianerschmuck, Pfeil und Bogen, Regenhölzer, Federkopfschmuck und einen Haufen Indianer Kinder, die gemeinsam feierten und die Nacht anschliessend im Kindergarten verbrachten.
Ein Erlebnis. Liebevoll und wertschätzend gestaltet. Ein wunderbarer Abschied.
Am heutigen Mittag dann durften sich die Stammesmütter und Vater zum gemeinsamen Grillen dazu gesellen.
Nicht nur ein Abschied für das Kind, auch einer für manche Eltern, ebenso wertgeschätzt und mit einbezogen.
Der Wechsel des Kindergartens im letzten Jahr war eine der besten Entscheidungen und noch dazu mit einem guten Funken Glück - ja war es Glück? Oder war es einfach so, weil es so sollte, weil sie dorthin gehörte? - in eine so wunderbare Gruppe. Ich bin natürlich ein Stück weit traurig, dass diese Zeit nun vorbei ist. Die Zeit, in der das Kind noch unglaublich geborgen aufgehoben ist in einer Einrichtung, die zwar durchaus auf sehr vieles vorbereitet was kommt, die den Kindern Ellebogen mitgibt, Vertrauen in sich und Selbstbewusstsein , aber eben dennoch eine Art kleiner Mikrokosmos, kleine Familie, kleiner Hafen ist. Die den Kindern vieles zutraut und Ihnen so unglaublich viel vom Leben zeigt.
Dennoch bin ich auch neugierig, wie es weitergehen wird für mein Kind. Der Anfang in der Schule, ein neues Zurechtfinden müssen, sich einleben in eine neue viel viel grössere , wenn auch immer noch kleine Gesellschaft mit sicher neuen oder anderen Regeln. Nicht nur in der Klasse, sondern auch in der offenen Ganztagesbetreuung, die uns - überraschend, sehr überraschend - nachträglich doch noch aufnahm (Ich fragte nie nach dem Warum. Ich nahm es einfach dankbar und erleichtert hin).
Zudem ein vielleicht weiterer Anfang für mich. Vielleicht ein zartes Entwickeln, ein Start einer Freundschaft? Nach ein paar kleineren Begebenheiten, in denen sich schwingende Wellen annäherten und erkannten. Ein Bemerken irgendwie ähnlich tickender Lebensrhythmen hier und da. Ein leiser Schritt aufeinander zu. Ob es sich hält, nachdem nun beide Kinder in andere Richtungen gehen, die eine auf eine Montessori Schule, die andere auf eine Waldorf Schule? Manchmal binden Kinderfreundschaften auch die Eltern aneinander. Aber manchmal, ja manchmal mag es auch ohne Kinder gehen - warum auch nicht? Nur weil die Zeit so voll ist von  Aktivitäten der Kinder und mit den Kindern, liegt es an mir, auch meine Zeiten zu nehmen.
Neue Bekannte, neue Freunde. Gerade ich menschenscheues Ding. Wundersam, Unsicherheit zu spüren, wie das nochmal geht, Freunde finden.

Montag, 11. Juli 2011

Vom Schweigen und der Stille

Wie auch sie liess mich die Stille und das Schweigen gedanklich nicht recht los. 
Sich sehnen nach Ruhe, Stille. Auch gemeinsamer, schweigender Stille. Aber genau da die Frage: geht das überhaupt? Kann ich das aushalten? Ist die schweigende Stille denn wirklich eine, die hält, birgt, positives ausstrahlt, so wie ich es im Augenblick meines Kommetares von innen heraus meinte: "und es ist einfach gut"?
Viele wechselnde konträre Gedanken dazu begleiteten mich heute.
Stille als solche kann schon positiv füllend oder eben zweifelnd erdrückend sein. Je nach dem, wo wer steht in der Stille. Wann jedoch ist sie erdrückend und zweifelnd? Liegt es nur am jeweiligen Standort, am Inneren dessen, der in der Stille ist? Kann ich nur leuchtende Stille erleben, wenn ich mit mir, meinem Innern im Reinen bin? Stille gibt - zumindest bei mir - oft auch den Raum, verborgen schlummernde, beiseite gedrängte Dinge ungewollt herauszukramen. Und schon ist die Stille bevölkert mit all dem, dem ich zuvor keinen Raum gegeben habe oder habe geben können. 
Und so kann Stille durchaus auch beängstigend sein.
Aber will ich denn in der Ruhe und Stille wirklich nichts um mich haben? Ruhe und Stille geben dennoch Geräuschen Raum. Dem Bach, den Vögeln und Tieren, dem Windesrauschen. Vielleicht gelingt es dann, Gedanken und Gefühle auf die Reise zu schicken, vielleicht nach einer Weile des Raum-gebens. Und schon verliert das auch bedrohliche der Stille sein Gesicht. Manchmal. 
Die Sehnsucht danach, Sehnsucht nach der Stille im Inneren bleibt; auch die Hoffnung, aushalten zu können, MICH aushalten zu können in der Stille und mich anzunehmen mit dem, was gerade ist.

Schweigende Stille. Ist Schweigen immer schlecht? Es hat zumindest einen faden Beigeschmack; Schweigen hier im Alltag kann sehr belasten. Andererseits ist da allzu oft auch alltägliches, wortreiches Schweigen. Genau dann, wenn ich rede und nichts von mir preisgebe, von dem was gerade ist, was mich bewegt, was mich traurig oder auch fröhlich macht, was mich schmerzt, was mein Herzchen berührt. Ein sicher sehr wohlbekanntes Schweigen. 

Wie fühlt es sich wirklich, gemeinsam zu schweigen? Vielleicht gewollt, vielleicht einfach so. So verschieden. All zu oft werden da aus keimenden Zweifeln und Sorgen mit und über und wegem dem Gegenüber und einem Selbst ausgewachsene Pflanzen, die gesehntes stilles Schweigen  fürchterlich überschatten können.
Wie, wann kann ich, kann man schweigende Stille zulassen ohne diese Zweifel und Ängste? Muss ich dem Gegenüber nahe sein oder mehr mir selber? Oder vielleicht beides nicht? Ist es die Situation, die es ausmacht? Oder Ahnungen dessen, was den anderen bewegt? Was gehört dazu, mich freizumachen vom Bewerten der Situation und sie einfach nur anzunehmen? Für mich und den Anderen? Nur anzunehmen und erfahren zu können?
Ich glaube, es gibt Orte und Menschen mit denen gelänge es besser als mit anderen. Fraglos.
Die bleibende Frage aber ist, kann ich das leisten und aushalten? Spüren, annehmen, mitnehmen ohne zu zweifeln?
Bin nur ich es, die sich in der Stille und auch einer schweigenden Stille selber im Wege steht? Erproben, üben, schauen. Schweigen.

Sonntag, 10. Juli 2011

Meilensteine...

....im Hause NebeL.
Das Fröschlein nutzt seit ihrem zweiten Geburtstag "ich". Und das bei passender Gelegenheit nun durchgängig.
Vorher war sie ab und an "du" oder bezeichnete sich gar nicht; ein "ich" oder ihren Namen konnte man sich aber gut zu ihren Äusserungen dazudenken; irgendwie war immer klar, wenn sie von sich redete oder gestikultierte.

Das grosse Kindelein lief schon ein langes Weilchen mit einem dezent wackelden Zahn herum. Das Wackeln nahm nicht zu, dafür aber bot sich dieses Bild:


Dieser Tage nahm sie sich ein Herz und zog mit einem Bindfaden selber daran, und so begann die Aufregeung um einen sicher ganz bald verlorenen Zahn. Gestern dann war es mit tatkräftiger Onkel Hilfe soweit:


Meine Mädchen. So gross. So wunderbar.

Freitag, 8. Juli 2011

Dienstag, 5. Juli 2011

Unerwartet.

Erfahrene, gelebte, erschaffte Kunst ist tief. Sie berührt. Kunst greift in nicht (mehr) vermutete Tiefen. Kunst ist fern und zugleich sehr nah. Unvorbereitetes Eingreifen in mein Selbst, Eintauchen in Vergangenes, begleitendes Sein. Eintauchen, spüren. Aufkeimende Gefahr. Innerliche Fluchtversuche. Ängste. Schmerz. Unerwartet.
 Im  Jetzt bleiben. Im Hier. Nicht gehen. Festhalten. Halt suchen an mir, in mir. Schwanken.
Meine Suche nach Lebensmotiven - jahrelanges Stehen am, fallen in, Leben in Abgründen. NebeLeben nach wie vor. Anders, doch nach wie vor.
Ich habe 'nur' ein Bild gemalt.
Ich.bin.nicht.fertig.

Dienstag, 21. Juni 2011

Von irgendwie unwichtigen Stolpersteinen

Irgendwie. Von eigentlich irgendwie unwichtigen aber den Alltag massiv beeinträchtigenden Stolpersteinen. Eigentlich sind sie nicht existentiell, aber es folgt aus der kommenden Stolperei sicherlich eine sehr hohe Alltagsbelastung für mich.
Von vorne.
Ich gehe arbeiten. Schon 15 Monate nach der Geburt des grossen Kindes ging ich - früher als eigentlich geplant aus verschiedenen Umständen heraus - ein paar Wochenstunden zurück in den Job.
Ebenso 15 Monate nach der  Geburt des Fröschleins.
Das grosse Kind geht in einen integrativen Tageskindergarten, das kleine wird familienbetreut. Nun kommt das Grosse in die Schule. Tatsächlich ist es trotz meiner Teilzeitstellt nötig, dass die Grosse auch einen Nachmittagsbetreuungsplatz bekommt - denn ansonsten bin ich angewiesen auf tägliche (!) Mithilfe von anderen. Die Vergabe solcher Plätze ist streng reglementiert. Ein wildes Punktesystem, was sich jährlich ändert, wird von der Stadt zur Vergabe angewendet. Zu Anfang machte ich mir wenig Hoffnung, vor allem weil ich verheiratet bin und "nur" teilzeitarbeitend.
Anfang des Monats aber kam Post von der Schule. Mit einem Vertrag für den offenen Ganztag. Den ich bitte ausfüllen und zuzrückschicken sollte. Sollte ich den Platz nicht mehr benötigen, möge ich mich bitte melden., Und zudem eine Einladung zum Kennenlernen war dabei, für den offenen Ganztag.
Mehrere Leute bekamen dieses Schreiben.
Und werteten dies als Zusage.
Mitnichten.
Heute erreichte mich eine Mitteilung, dass mit der Abgabe der Verträge keine Garantie zur Zusage verbunden sei und ich stünde auf der Warteliste.
De facto wurden die Verträge an alle heruasgeschickt und erst anschliessend wurden die "punktgleichen" Plätze  verlost. Ich bin auf Platz 5 der Warteliste. Von 7.

Eigentlich irgendwie unwichtig, so im grossen und ganzen. Uns geht es gut, wir sind gesund, wir haben wunderbare Kinder, eine Bleibe, einen Job.
Dennoch heisst es für mich nun noch mehr Abhängigkeit von der Familie, stetes Herumjonglieren wer wann welches Kind betreut und abholt, wo ich wann welches Kind abholen muss. Und ich habe nur zwei! Dennoch ein Organisationsaufwand, der mir schon jetzt die Schweissperlen auf die Stirne treibt, weil ich genau weiss, das wenig Ruhe und Muße im Alltag sein wird, die freien Zeitfenster für Haushalt, Kinder und zuletzt mich selber noch mehr schrumpfen. Es wird ein wildes Hin und Hergehetze. Wenig Kontinuität für das Schulkind.
 Es kann doch keine Option sein, eine nicht mal Halbtagesstelle kündigen zu müssen, um eine gescheite Betreungsmöglichkeit ohne Abhängigkeitsverhältnis zu haben? Unter uns: am liebsten würde ich das. Denn eigentlich möchte ich solch ein Durcheinander dem Schulstarter Kind gar nicht zumuten. Und mir eigentlich auch nicht. Aber auch unter uns: diese Möglichkeit kommt finanziell leider nicht in Betracht. 

Dienstag, 14. Juni 2011

Weltentauchen

Oftmals gibt es Momente, in denen möchte ich eintauchen in meine Kinder, in ihre Welt. Sehen, was sie sehen, wie sie sehen, wohin sie sehen. Spüren, was sie spüren. Denn so oft stehe ich da, und weiss nicht. Weiss nichts.
Ich kann ihre Gedanken nicht hören, ihr Gesehenes nicht sehen, weil meines so ganz anders aussieht.
Was ist das Ihre?
So sehr ich auch versuche mich hineinzuversetzen, weiss ich doch, dass es nicht meine Welt ist. Ich kann ihre Welt nicht sehen, erleben und spüren. Weil ich etwas ganz anderes sehen, erleben und spüren würde. Meine Wirklichkeit ist die meine. Und sie, alle beide, haben eine ganz andere.
Ich komme mir so fern vor. In den Momenten so allein. Noch einsamer und vor allem trauriger macht mich die Tatsache, dass meine Kinder es auch sind. Allein, weil ich sie niemals nicht in ihrer Ganzheit sehen kann.
Ich gehe mit ihnen und sie mit mir. Nebeneinander und doch jeder für sich.
Ich kann nicht in ihre Welt. Und oft fürchte ich, ich verstehe sie nicht. Missverstehe sie. Kenne sie nicht. Es macht mir Angst, sie allein mit sich zu wissen obwohl ich da bin.  Und manchmal vielleicht auch, weil gerade ich da bin.

Samstag, 11. Juni 2011

Abgestillt

Das kleine Mädchen, das Fröschlein, ist bald 2 Jahre alt. Und wurde bisher gestillt. Von Herzen gern.
Zu Anfang wedelte sie immerzu ganz in Ruhe mit dem oberen Ärmchen hin und her, ihre Fingerchen streiften sanft mein Dekollete. Immer und immer wieder.
Im ersten Jahr trank das Fröschlein nachts sehr viel, oft waren es, besonders in den ersten Monaten nur eineinhalb Stunden Abstände. In diesen ersten Monaten schrie sie des Nachts jedoch nie. Ich bemerkte ihre Unruhe, ihr Hin und Herdrehen des Kopfes auf der Suche. Ich musste mich hinsetzen, sie mochte niemals anders trinken. Ich war sehr froh, schon vorab das Bett umgestellt zu haben, sodass ich mich einfach aufsezen und an der Wand anlehnen konnte. Ich griff hinüber zu ihr, nahm sie hoch und stillte sie. In meinem Rücken die Kühle der Aussenwand, und vorne, ganz nah an mir, in mir, in meinem Herzen und auf meinem Bauch ihre Wärme und meine, sich vermischend in dieses tiefe Zueinandergehören, diese unumstössliche Einheit des Mutter-Baby Seins.
Ja ich war müde. Meistens sehr. Aber ich empfand es selten als schlimm. Ich habe es genossen.
Rund 10 Monate stillte ich voll, weil das Fröschlein nicht das allergeringste Interesse daran hatte, seinen Hunger mit irgendwelchen Breien zu stillen. So stillten wir und ich war nicht traurig darum.
Sie zeigte nach und nach Interesse an handfesten Dingen und so bekam sie alles in die Hand, was für mich und sie passte. Sie ass mit den Fingern und ich wurde von mancher Seite sehr pikiert angesehen. Ich hielt es für das Natürlichste der Welt - wenn das eben ihr Weg sein sollte, hatte ich nicht die geringsten Zweifel ihn zu gehen. Sie zeigte mir ihres und ich liess sie genau das tun, was mir auch richtig schien: das Essen begreifen.
Zunächst stillten wir kaum weniger, denn nach den üblichen zuerst ersetzten Mahlzeiten kam vor allem abends und mittags weiterhin das Stillen vor dem Einschlafen dazu. Sie wollte gern - also stillten wir.
Auch am Morgen, obwohl es nach dem Aufstehen Frühstück gab. Je älter das Fröschlein wurde, um so sonderbarer wurde ich angesehn. "Wie, immer noch?" "Ja, immer noch. Und immer noch gern."
Nach dem ersten Geburtstag etwa kam die Pulle mit Vollmilch hinzu. Wenn HerrNebeL das Kind zu Bett brachte, gab es sie schon länger mit Muttermilch, aber eben vorwiegend, wenn ich mal nicht da war. Nun brachten wir sie abwechselnd zu Bett, ich stillte, er gab ihr die Flasche. Des Nachts trank sie weiterhin, etwas weniger oft, aber zweimal musste ich nach dem eigenen zu Bett gehen lange noch nachts zu ihr.
Im Mai hätte ich für ein paar Tage nach HH fahren sollen, eine gute und für mich wichtige Fortbildung besuchen. Ich habe abgesagt. Weil ich nicht das Ende des Stillens einläuten wollte. Ich wollte warten. Warten bis sie anfängt, aufzuhören.
Noch Anfang Mai stillte ich das Fröschlein mindestens vier Mal in 24 Stunden.Oft waren es sechs Mal, obwohl sie inwzischen alles aß.  So ganz langsam aber wurde das Stillen weniger.
 In den letzten 2,3 Wochen forderte sie mehr und mehr eine "Pulle" ein. Keine Mama Milch. Eine Pulle nicht nur von HerrnNebeL sondern auch von mir. Ein paar Mal habe ich sie umgestimmt. Weil ich nicht wollte. Weil ich nicht wollte, dass sie aufhört. Weil ich einfach unsagbar traurig darüber bin.
Seit ein paar Tagen trinkt sie am Morgen ihre "Pulle". Gestern habe ich sie nicht gestillt. Und war mir irgendwann so schmerzlich bewusst, dass es vielleicht kein einziges weiteres Mal geben wird.
Ich wünschte mir sehr ein letztes, bewusstes Mal.
Sie fragte heute nach einer Pulle beim Zu Bett gehen. Ich erwiderte "Heute noch nicht. Beim nächsten Mal".
Ein vermutlich letztes Mal ein kleines, grosses warmes Mädchen auf meinem Schoss, das mich ansieht, eifrig trinkend nickt auf meine Fragen, eines, was mir mit der Brust im Mund voller kindlichem Zutrauen in die Augen blickt, was mit seinem Arm meinen Kopf dabei zu sich herunterzieht, um mich in den Arm zu nehmen. Zum letzten Mal ihr lachendes "Ham" wenn sie an mir zu trinken beginnt. Zum letzten Mal diese einmalige Nähe, die so nie wieder entstehen kann, die zwar da sein wird aber so ganz anders. Zum letzten Mal mein Baby.
Ich weiss, das Loslassen dazu gehört. Ich weiss, dass ich muss. Ich weiss, dass ich stolz sein kann auf mein Kind, das seinen Zeitpunkt gewählt hat, ein Stück weiter hinaus zu gehen, ein Stück mehr es selber zu sein. Ja, ich weiss.
Aber ich weiss auch, dass dies wieder ein Stück Endgültigkeit bedeutet. Ein weiteres "nie mehr". Ein weiterer Schritt des gross werdens. Es macht mich traurig und wehmütig, auch wenn ich weiss, dass da gerade etwas Gutes für unser Fröschlein passiert.
Ich werde es vermissen. Mehr als ich es in Worte fassen kann.
Sie ist heute 703 Tage alt, am 8.7. feiern wir ihren zweiten Geburtstag.

Samstag, 4. Juni 2011

Bürokratie

Jahr um Jahr dasselbe:
ungeheuerliche Bürokratie. Zusammensuchen und Einreichen vieler vieler Zahlen. Völlig egal, ob ebendiese Zahlen längst vorliegen. Doppelt und dreifaches Zettelchen hin und herschieben ist hier die Devise. 
Die Steuererklärung lässt uns jedesmal die Haare raufen, entlockt uns mehr als eine wüste Beschimpfung der zuständigen Ämter, verantwortlichen Politiker und derer, die im Entferntesten mit diesem Zustand zu tun haben.

Jedes Jahr zudem mehrfach das Einreichen aller Einkommensnachweise, die doch eh schon längst in der Maschinerie vorliegen. Aber ach, ja, oh, an anderer Stelle, natürlich. Im anderen Haus.  Zwar der Stadt vorliegen, aber ach, das Jugendamt, das gehört zwar zur Stadt, natürlich, aber die möchten dann bitte danke dieselben Nachweise nochmals haben. Erst im Voraus und dann noch einmal rückwirkend. Auch hier wieder doppelt und dreifach gemoppelt. Erst dann wird der Kindergartenbeitrag berechnet. Vorläufig versteht sich. Denn nachher wird derselbe ja nochmals rückwirkend berechnet. 
Und in diesem Jahr geht es noch eine Stufe weiter:

"Werte Familie NebeLeben!
Bitte reichen Sie  Ihre Einkommensnachweise ein. Rückwirkend versteht sich, für das Kindergartenjahr, das am 31.07.2010  in der Einrichtung A endete. (Weil das ja auch noch gar nicht  berechnet worden ist. Zumindest quasi. Eigentlich erst zweimal. Einmal im Vorjahr des angegebenen Kindergartenjahres und einmal im letzten Jahr. Und nun berechnen wir das besser noch einmal. Weil die letzten Abrechnungen auch erst im Herbst eingegangen sind. Oder ach, war es Winter? Jedenfalls zu lange her).
Dann reichen Sie bitte noch die Einkommensnachweise für das Kindergartenjahr, das am 01.08.2010 in der Einrichtung B begann (wir wechselten ja die Einrichtung aufgrund verschiedener grausiger Zustände) ein.  Das muss ja auch berechnet werden. Rückwirkend diesmal. Weil die Berechnungen  im letzten August und Oktober waren ja Vorausberechnungen. Nun müssen wir aber bitte nochmal nachberechnen."

Soso. Ich erlaube mir dann mal, alles in einen Umschlag zu packen. Tatsächlich erhielt ich nämlich bitte danke am selben Tage 2 Briefe zu den beschriebenen Vorgängen. Von demselben Verantwortlichen. 

"Ach, Familie NebeLeben, bitte reichen Sie uns zudem unverzüglich Einkommensnachweise ein. Für die Berechnung der Schulbetreuung. Im Voraus."

Sie ahnen es - das war natürlich ein gesonderter Brief. Versteht sich ja von selbst.
Ich bin dann mal kopieren. Und tief durchatmen.

Montag, 16. Mai 2011

Danke

Liebe Gabriela,
danke Dir von Herzen für Deinen blog, die Einblicke die Du mir und so vielen anderen gewährst.
So oft bin ich berührt von Deinen Worten, Bildern, Gedanken und Mirjam. Auch von so weit weg und auch obwohl wir uns nie begegnet sind habe ich manchmal das Gefühl, ein klitzekleines, wertvolles Stückchen von Euch im Herzen zu tragen und in so manchem Gedanken und mancher Begebenheit meines Lebens begegne ich Euch ganz leis in meinem Inneren.
Einfach danke.

Sonntag, 15. Mai 2011

Fünf Tage

Fünf Tage Ostsee liegen hinter mir. Eine Freundin aus Kindertagen, 3 Kinder und ich. Ein wenig Alltagsflucht, auf der Suche nach Ruhe, der Suche nach mir. Da war Hoffnung auf viel Wind, auf ein Durchpusten meines Selbst.
Wenig Erwartungen zu stellen ist etwas, was mein Leben in den letzten Jahren einfacher gemacht hat. Wenig Erwartungen an eine Zeit, eine Begegnung, ein Wiedersehen, einen Urlaub. Wenig Erwartungen bedeuten wenig Bilder vorab, bedeuten wenig Diskrepanzen zwischen ebendiesen Bildern und der späteren Realität.
Es war schön. Irgendwo entspannt, ein entspanntes Miteinander. Wenig entspannend war das kleine Kind, was sich ausgerechnet in den wenigen Tagen ausgiebig, lange und laut mit seinem Willen beschäftigte. Vermutlich passten Seeluft, ein wenig Alltagsverschiebung, eine andere Umgebung und das erste Mal ein Reisebettchen nicht so recht in des Kindes Herzchen beieinander. Zugestehen kann ich ihr das. Fraglos. Leichter machte es das für mich jedoch nicht, insbesondere Zeit für das grosse Kind und Zeit für mich wurden dadurch deutlich kleiner. Aber auch hier waren meine Erwartungen eigentlich keine. Ich weiss, dass ich keines der Kinder planen kann, weiss wie sehr sie mich immer wieder überraschen. 
Es war nett. Aber auch anstrengend. Es war nicht ruhig aber gut.
Der Geruch von Meer, das Kreischen der Seemöwen. Strandkörbe und feinster weisser Sand. Wind gab es nur an einem Tag. Ein wenig durchpustend, ja. Ein wenig zu wenig, aber nun, er war da.
Heimkommend kehre ich zurück in meine Zweifel. Meine Ängste. Meine Unzufriedenheiten. Und an so mancher Stelle auch an meine Verzweiflung. Da sind manche Dinge, die ich ändern könnte, wenn ich denn könnte. Die ich ändern würde, wenn es denn irgendwie möglich wäre. Manche Dinge, die ich ändern werde aber nicht heute. Achtsamkeit ist eines der Worte, das mich sehr begleitet hat in den letzten Tagen. Achsamtkeit und meine in Wahrheit derzeitige Unachtsamkeit mit mir selbst.
Wenn ich die Dinge ändern würde, würde es wirklich etwas ändern? Würde der reine Zeitgewinn investiert in Achtsamkeit mit mir, mit meiner Familie?
Woraus besteht die Zufriedenheit die ich leben möchte, was ist es, was ich will? Und wenn das, von dem ich denke, das ich es will, eintreten würde,  wäre ich wirklich zufriedener? Wie kann ich mir Rahmenbedingungen schaffen? Wo kann ich Kompromisse eingehen, wo nicht?
Viele Fragen die derzeit aber nur eine Antwort haben: nicht im Moment. Im Moment wird alles bleiben wie es ist. Im Moment.
Abschütteln will ich die Schwermut, die ein Loch in meine Mitte drückt. Aber irgendwie holt sie mich immer wieder ein, im Moment.
Zweifel begleiten mich. Ich würde sie ebenso gern abschütteln können. Doch es gelingt mir nicht. Wobei dieser Moment schon allzu lange dauert. Zweifel, die ich schon lange in Akzeptanz und Vertrauen umzuwandeln versuche. Manchmal zehren sie all zu sehr.
Manchmal ist es so ein wildes Durcheinander, dieses Leben. In kleine weise, verstehende und doch so kindlich naive Augen schauend, das Lächeln im Gesicht und Herzchen sehend absolute bedingungslose Liebe, bedingungsloses Glück erfahren. Von Herzen kommende ehrliche Kinderworte, die berühren. Und im nächsten Moment fernab zu stehen mit all dem, was der Alltag und Nicht Alltag so mit sich bringt. Mit all dem was in mir ist, Zweifel, Angst und Verzweiflung trägt.  Manches so schwarz und weiss momentan mit so wenigen Graustufen dazwischen.
Ein wenig wünsche ich mir eine Blumenwiese (und das ich. Ich, die Blumen mag, ja. Aber ich  schaffe es niemals, ein Blümchen zu halten. Weder im Topf noch auf dem Balkon.Ich wünsche mir eine Blumenwiese. Sowas). Ein wenig weniger schwarzweissmitweniggrau und dafür Farbe. Viel viel Farbe.
Ob ich einfach nur die Augen öffnen muss? Wenn ich nur wüsste.